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Herzlich willkommen in Bad Lauchstädt

Theatersommer 2017

René Schmidt, Geschäftsführer

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Freunde des Goethe-Theaters,

der bevorstehende Theatersommer ist die 215. Saison unseres Goethe-Theaters und noch immer prägen umfangreiche Restaurierungsarbeiten das Bild des klassi-schen Theaterbaus. Durch die großzügige Unterstützung der Hermann-Reemtsma-Stiftung in Hamburg wird nach dem Abschluss der Fassadenrestaurierung nun die vollständige Sanie-rung und Dämmung des historischen Daches unseres Theaters ermöglicht. Dazu muss der gesamte Dachstuhl des Hauses freigelegt werden. Dieses technisch anspruchsvolle Vorhaben hat in diesem Umfang letztmalig 1907 stattgefunden. Nach dem Abschluss der Arbeiten wird es vor allem im Sommer zu einer spürbaren Verringerung der Hitzeeinwirkung kommen.

Der Theatersommer 2017 beginnt wegen der Baumaßnahmen erst Ende Mai, dafür aber künstlerisch fulminant mit Händels „Acis and Galatea“ und einer auf-wändigen Neuproduktion der Oper „Giustino“ in Verantwortung der Halleschen Händel-Festspiele. Wir dürfen uns mit Ihnen auf die angestammte Berliner Lautten Compagney und das traditionsreiche Mailänder Marionettentheater des Meisters Carlo Colla freuen. Der österreichische Regisseur Philipp Harnoncourt inszeniert für das Goethe-Theater Domenico Cimarosas komische Oper „Die heimliche Heyrath“, die 1797 in Lauchstädt erstaufgeführt und 1939 zum letzten Mal in der Über-setzung von Christian August Vulpius im Goethe-Theater erklungen ist. Ein außer-gewöhnliches Erlebnis bieten wir Kunstfreunden mit einer Auktion von Werken der klassischen Moderne in Verbindung mit einem Klavierabend der Pianistin Ragna Schirmer an.

Ich freue mich sehr auf zahlreiche Begegnungen mit Ihnen im Rahmen des kom-menden Theatersommers. Verbinden Sie bitte Ihren Theaterbesuch in Bad Lauchstädt mit einem Besuch der neugestalteten Ausstellungen im Neuen Schillerhaus und im Douche-Pavillon und nutzen Sie dafür unsere günstigen Kombi-Tickets. Im Rahmen der Führungen wird 2017 erstmals das 1823 eröffnete Historische Badehaus gezeigt, welches in den letzten Monaten restauriert werden konnte. Seien Sie herzlich aus unserer Theater- und Goethestadt gegrüßt und haben Sie 2017 eine gute Reise nach Lauchstädt.

Ihr René Schmidt
Geschäftsführer

Kaminzimmergespräche 2016

Wie vor über 200 Jahren ...

begrüßt das Goethe-Theater Bad Lauchstädt Theater- und Opernfreunde, die unserem idyllischen Landstädtchen und seiner großen Tradition als Goethestadt die Ehre eines Besuches erweisen.

1791, mit dem Debüt des Weimarer Hoftheaters am 13. Juni, beginnt für Bad Lauchstädt die Zeitrechnung als überregional anerkannter Aufführungsort für Theater, Oper und Konzert. Am 26. Juni 1802 wird der von Goethe initiierte Neubau nach kürzester Bauzeit mit Mozarts Oper "La Clemenza di Tito" eröffnet.

Seit 1834 kann sich unser Theater in die Reihe der authentischen Wagner-Stätten stellen, begann der weltberühmte Komponist doch hier seine Laufbahn als Kapellmeister.

Noch einmal bekräftigt wird die Sonderstellung der Lauchstädter Bühne 1912, als sich in Anwesenheit Gerhart Hauptmanns, des bedeutendsten deutschen Dramatikers des 20. Jahrhunderts, der Vorhang zu dessen Drama "Gabriel Schillings Flucht" hebt.

Nur in Bad Lauchstädt zu finden ist ein stets einmaliges Zusammengehen zeitgenössischer Bühnenkunst in Form von ausgewählten Theatergastspielen deutschsprachiger Theater und Ensembles mit dem von Goethe selbst konzipierten, nach seinen Vorgaben errichteten und seither über Generationen treulich bewahrten Theaterbau.

Der Zuschauerraum, im klassischen Farbkanon weiß, ocker und pompejianisch rot, seine außergewöhnliche Akustik und dabei intime Atmosphäre ist legendär und begeistert Darsteller und Zuschauer immer neu.

Begeben Sie sich mit uns auf die Spuren Goethes und erleben Sie die Welt der Kunst und des Theaters in einer nur hier zu findenden Synthese aus Architektur, Gartenkunst und Kulturgeschichte.


Die ruhmreiche Lauchstädter Theatergeschichte ...

wäre nie geschrieben worden, hätte es nicht den Kurbetrieb und die Heilquelle gegeben. Letztere wurde 1710 auf herzoglichen Befehl baulich gefasst. Damit ist der Lauchstädter Heilbrunnen genauso alt wie das nicht minder berühmte erste europäische Porzellan aus Meißen!

Das Luxus- und Modebad erblühte ab 1775, als der Dresdner Hof seine Sommerresidenz mehrfach nach Lauchstädt verlegte. Das alte Renaissanceschloss der Sachsen-Merseburger Herzöge war den verwöhnten Dresdnern zu unscheinbar.

Man beauftragte J. W. Chryselius, den Merseburger Stiftsbaumeister, mit dem Bau einer modernen Kuranlage. Der Dresdner Barock steht bei diesen Bauten ganz unverkennbar Pate.

Noch heute machen Kurhaus und Pavillons in ihrer Eleganz und Anmut den besonderen Stil Bad Lauchstädts aus. Die Noblesse des Interieurs im Historischen Kursaal wird entscheidend durch die Ausmalung des frühen 19. Jahrhunderts geprägt, die der preußische Staat, dem Lauchstädt nach 1815 anheim gestellt war, durch keinen geringeren als Karl Friedrich Schinkel vornehmen ließ.

Obwohl seit 1941 der reguläre Kurbetrieb in Bad Lauchstädt eingestellt ist, sind die heutige Goethestadt Bad Lauchstädt und die Historischen Kuranlagen nach wie vor darauf eingestellt, Gäste zu empfangen und zu beherbergen. Die historischen Gebäude des Kurbades dienen öffentlichen, musealen und kulturellen Zwecken. Umfangreiche Restau-rierungen in den sechziger und neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts machen uns den alten Glanz des Luxus- und Modebades sehr gegenwärtig.

Der Kursaal ist einer der reizvollsten Konzert- und Festsäle Mitteldeutschlands, mit dem herzoglichen Spielsalon von 1735 und dem pittoresken Kolonnadengang ist eine liebevoll bewahrte Erinnerung an das Luxus- und Modebad überkommen.

Hinter dem Kurparkteich befindet sich in einem offenen Pavillon die Büste Christianes, der Gefährtin und Ehefrau Goethes, die persönlich eng mit Lauchstädt verbunden war. Das Ensemble wird komplettiert durch das frühere Badehaus aus dem Jahre 1823 und eine zierliche Villa im Stil der italienischen Renaissance.

In das Bild des Kurparks hinein wirken die an der Bäderarchitektur des 19. Jahrhunderts orientierten Gebäude des Lauchstädter Brunnenversandes und die schöne und bemerkenswert ausgestattete Bad Lauchstädter evangelische Pfarrkirche.